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		<title>SKIZZEN aus einem andalusischen Bergdorf   ( VI-VII )</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:21:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier, in diesem Dorf „Casares“ hatte die Gegenwart schon vor einem Menschenleben begonnen. Das müde Mauerwerk war liebevoll, aber nachlässig gekalkt und zeigte rissige Sprünge. Mich erinnerten diese Strukturen an ein altes, abgearbeitetes Gesicht.
Auf dem Dorfplatz wurde der Lastwagen mit den roten Butanflaschen entladen. Ein Schwarm dunkelhaariger Bengel mit verrutschten Kniestrümpfen und in kurzen Hosen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier, in diesem Dorf „Casares“ hatte die Gegenwart schon vor einem Menschenleben begonnen. Das müde Mauerwerk war liebevoll, aber nachlässig gekalkt und zeigte rissige Sprünge. Mich erinnerten diese Strukturen an ein altes, abgearbeitetes Gesicht.<br />
Auf dem Dorfplatz wurde der Lastwagen mit den roten Butanflaschen entladen. Ein Schwarm dunkelhaariger Bengel mit verrutschten Kniestrümpfen und in kurzen Hosen balgten wie junge Hunde um einen Ball. Während ihre Schwestern Seilchen hüpften, schickte ein kleines Mädchen versonnen Seifenblasen auf die kurze Reise durch die Gasse.<br />
Einige Frauen saßen auf der Sonnenseite der Gasse und schälten Kartoffeln. Oder woben sie flüsternd Intrigen?<br />
Eine ältere Frau mit Einkaufskorb wechselte die Bürgersteigseite und verschwand im kühlen Schatten einer Gasse. Der Wind verfing sich in ihrem Rock, den sie mit der Hand raffte wie ein Segel. Irgendwo in einem Hinterhof, der von schmiedeeisernen Fenstergittern bewacht wurde, war sie plötzlich verschwunden. Üppige Geranien quollen von den Fensterbänken. Und die groß blättrigen Platanenpflanzen verliehen selbst den ausgebeulten, zum Teil weiß gestrichenen Blechkanistern, aus denen sie hervor schossen, einen malerischen Reiz. In diesem verlockenden Labyrinth der Gassen wurden meine Beine magnetisch schwer. Ein räudiger Dorfköter, der mir bisher gefolgt war, hob sein Bein.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Trotz des knisternden Kaminfeuers war mein Schlafzimmer, das nach hinten zum Berg lag, feucht. Dünne, wässrige Fäden durchzogen den Putz der Wände und an der Decke, im Schnittpunkt zweier Linien, die das Dach stützten, nistete der Schwamm.<br />
Der Wind aus den Bergen war lange genug unterwegs gewesen. Und so rappelte er ungeduldig  an meinen Fenstern und Türen, um sich Zutritt zu verschaffen, während er unten am Pool die Palme auspeitschte. Der Regen aber schlug gegen das Fensterglas und bildete bizarre Wasserstrukturen, während die schlanken Koniferen rauschten. Aber irgendwo hörte ich ein knarrendes Geräusch, als würde Holz geschlagen. Oder waren das knirschende Schritte auf dem Kiesweg? Natürlich waren im Schlaf die Geräusche nicht greifbar. Und selbst wenn es nur in den Deckenbalken knisterte, träumte ich, dass unsichtbare Wesen meine Finca umstellten. Sie stöhnten, seufzten und pfiffen sich zu, wenn sie sich durch die zugigen Ritzen der kleinen Schiebefenster schoben oder sich in den Schornstein stürzten, um den Rauch im Kamin vor sich her zu jagen.<br />
Ich lag in meinem Bett und wagte mich kaum noch zu rühren.<br />
Im Übrigen bedurfte es in dieser Jahreszeit eines Systems, um sich nachts, dazu noch in einer Finca ohne Heizung, zuzudecken. Ich präparierte also mein Bett wie ein großes Steckkissen, indem ich die Bettlaken und zwei Wolldecken straff unter die durchgelegene Matratze spannte. Dann glitt ich vorsichtig in dieses sackartige Deckengebilde. So wurde selbst der Schlaf zu einer disziplinarischen Übung. Denn veränderte man die Körperlage nur um Zentimeter, kühlte sich der feuchtwarme Film der Haut derart ab, dass man unangenehm fröstelte.<br />
Wenn man also nicht frieren wollte, musste man nahezu regungslos schlafen. Bei entsprechender Übung lagen noch am nächsten Morgen die Hände streng am Körper wie bei einer Leiche.</p>
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		<title>SCHADE, SCHADE&#8230; ( Ein Songtext sucht seine Melodie )</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 18:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schreibe Dir ein Lied
Weil es Dich so nicht mehr gibt
Sehn ich mich nach Dir
Liebe war es nicht
Also, ruf mich nicht an…!
Also, ruf mich nicht an…!
Schade, schade
Du warst  nicht aus Schokolade
Aber Deine Küsse schmeckten
Wie süßes Gift…
Du suchtest einen Mann
Den es so nicht gab
Da musste jedes Meeting
Die Enttäuschung sein
Ich aber zog mich einfach nur an…
Ich aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich schreibe Dir ein Lied<br />
Weil es Dich so nicht mehr gibt<br />
Sehn ich mich nach Dir<br />
Liebe war es nicht<br />
Also, ruf mich nicht an…!<br />
Also, ruf mich nicht an…!</strong></p>
<p>Schade, schade<br />
Du warst  nicht aus Schokolade<br />
Aber Deine Küsse schmeckten<br />
Wie süßes Gift…</p>
<p><strong>Du suchtest einen Mann<br />
Den es so nicht gab<br />
Da musste jedes Meeting<br />
Die Enttäuschung sein<br />
Ich aber zog mich einfach nur an…<br />
Ich aber zog mich einfach nur an…</strong></p>
<p>Schade, schade<br />
Du warst nicht aus Schokolade<br />
Aber Deine Küsse schmeckten<br />
Wie süßes Gift…</p>
<p><strong>Sentimental warst Du nie<br />
Und schon gar nicht bis auf die Knochen<br />
Nur nachts legtest Du die Maske ab<br />
Vor dem Schminktisch lag Dein Gesicht<br />
Da wurde mein Puls plötzlich normal…<br />
Da wurde mein Puls plötzlich normal…</strong></p>
<p>Schade, schade<br />
Du warst nicht aus Schokolade<br />
Aber Deine Küsse schmeckten<br />
Wie süßes Gift…</p>
<p><strong>Nun lag ich da im Dunkeln wach<br />
Oft ging ich lieber<br />
Gleich gar nicht mehr ins Bett<br />
Mit meinem Kummer<br />
Zog ich mir die Glotze rein…<br />
Zog ich mir die Glotze rein…</strong></p>
<p>Schade, schade<br />
Du warst nicht aus Schokolade<br />
Aber Deine Küsse schmeckten<br />
Wie süßes Gift…</p>
<p><strong>Verlassner konnte ich nicht mehr sein<br />
Als ich Zigaretten holte<br />
In der Kneipe nebenan<br />
Beim letzten Bier war mir dann klar<br />
Diesen Film zieh ich mir nicht mehr rein…<br />
Diesen Film zieh ich mir nicht mehr rein…</strong></p>
<p>Schade, schade<br />
Du warst nicht aus Schokolade<br />
Aber Deine Küsse schmeckten<br />
Wie süßes Gift…</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Mondlicht fiel auf Blütenstaub Romantische Spuren (26)</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 15:58:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Claßen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christine-Koch-Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultursplitter]]></category>

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		<description><![CDATA[


Caspar David Friedrich, 
Wiesen bei Greifswald 


 
 
 
 
 
 Hans Claßen
 
Wiesenflur
 
Im Felde gereift,
Stand alle Sommer
Die Fülle der Frucht,
 
Seit aus Neolithikumsgräsern
Ackeranfang
Segen säte,
 
Bis wieder Gras
Korngarbenland
Überwuchs.
 
Hans Claßen, Mondlicht fiel auf Blütenstaub, Ffm. 2001, S. 34
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp" style="text-align: left">
<dl>
<dt><a rel="attachment wp-att-1133" href="http://www.medeasy.de/me2010/?attachment_id=1133"><img class="size-full wp-image-1133" src="http://www.medeasy.de/me2010/wp-content/uploads/2010/08/wiesen-bei-greifswald.jpg" alt="" width="300" height="220" /></a></dt>
<dd>Caspar David Friedrich, </dd>
<dd>Wiesen bei Greifswald </dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> Hans Claßen</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"><strong>Wiesenflur</strong></p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Im Felde gereift,</p>
<p style="text-align: left">Stand alle Sommer</p>
<p style="text-align: left">Die Fülle der Frucht,</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Seit aus Neolithikumsgräsern</p>
<p style="text-align: left">Ackeranfang</p>
<p style="text-align: left">Segen säte,</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Bis wieder Gras</p>
<p style="text-align: left">Korngarbenland</p>
<p style="text-align: left">Überwuchs.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"><em>Hans Claßen, Mondlicht fiel auf Blütenstaub, Ffm. 2001, S. 34</em></p>
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		<title>ROLLENSPIEL: Gewinner &amp; Verlierer</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 11:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[Gelegentlich treffen wir uns. Tom und ich. Denn Tom legt Wert auf mein Urteil. Zugegeben, das tut mir gut.
Immerhin ist Tom ein Schauspieler, den ich sehr schätze. Allerdings hatte er in seinem Beruf noch nie Erfolg. Dass er darunter leidet, muß ich nicht erwähnen. Und natürlich hat er Angst, dass man ihn irgendwann ganz vergisst. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gelegentlich treffen wir uns. Tom und ich. Denn Tom legt Wert auf mein Urteil. Zugegeben, das tut mir gut.<br />
Immerhin ist Tom ein Schauspieler, den ich sehr schätze. Allerdings hatte er in seinem Beruf noch nie Erfolg. Dass er darunter leidet, muß ich nicht erwähnen. Und natürlich hat er Angst, dass man ihn irgendwann ganz vergisst. Dabei beherrscht er schon lange diesen schonungslosen Blick und die herablassende Attitüde. Und doch, da er nur selten ein festes Engagement hat, ist er vermutlich froh, wenn er mir, einem Anhänger seiner Schauspielkunst,  immer wieder seine neuesten Monologe vortragen kann:<br />
Wie ein Zirkusdirektor rolle ich ihm dann im Wohnzimmer die Perserbrücke unter „seinen“ Biedermeiersessel,  während das Licht der Stehlampe unser Zimmertheater dämmrig beleuchtet, als säßen wir auf einem fliegenden Teppich.<br />
„Irgendwann, als Jugendlicher“, sagte Tom und nippte am Wein, während er die Beine übereinander schlug, „reduzierte ich meinen Wortschatz auf die Fäkalsprache. Und daß ich `Alles Scheiße` fand, war ohnehin klar. Dabei war ich kein Jugendlicher, der nur das gut fand, was auch die anderen gut fanden. Und ich hatte auch nie diese Attitüde: Was geht mich die Schule an? Denn ich konnte mir gut vorstellen wie meine Zukunft verlaufen würde, wenn sich die Schule nicht mehr für mich interessieren sollte.<br />
Auf der anderen Seite hatte ich das tiefe Bedürfnis von meinem Vater ernst genommen zu werden. Dabei stellte ich durchaus Fragen, die man später als Erwachsener vergisst. Auch ich wollte wissen, was die Welt zusammenhielt und warum? Aber mein Vater lächelte immer nur, als seien ihm die Geheimnisse der Welt vertraut. Dabei war er kein selbstzufriedener Patriarch, aber irgendwie schüchterte er mich trotzdem ein.<strong> </strong>Wenn ich ihm dann aber etwas erzählte, stellte er seine Zwischenfragen wie ein Lehrer. Das förderte nicht gerade die Unterhaltung, selbst wenn seine Kommentare geistreich waren. Mein Vater war einfach nicht in der Lage nur so daherzureden.<br />
Selbst später, als Erwachsener, scheute ich mich mit Menschen zu sprechen, die ich für überlegen hielt. In diesen Momenten wurde ich spröde  wie ein Esel. Da verließ mich jeder rettende Gedankenblitz, auch wenn ich bürokratenhaft präsent war. Dabei versuchte ich meine Sätze so sorgfältig wie möglich zu formulieren. Je mehr ich mich aber auf das Gespräch konzentrierte, desto öfter stolperte ich über diesen alten, kaum noch wahrnehmbaren Sprachfehler. Deshalb reduzierte ich oft meinen Wortschatz auf das Nötigste, um nicht zu schweigen. Meine Gesprächspartner aber mussten glauben, daß sie meinen Ansprüchen nicht genügten. Ja, “ lachte Tom, „ es gibt Verlierer die sind von den Gewinnern kaum zu unterscheiden. Das ist wie auf der Bühne.<br />
Erst mit den Jahren begriff ich, dass die Erziehung meines Vaters aus einer Mischung von Faulheit und der Angst vor dem Versagen bestand. Wahrscheinlich hatte er mit sich selber ein Problem.<br />
Aber trotzdem habe ich viel von ihm gelernt. Denn materielle Dinge konnten mich nie einschüchtern. Davon profitiere ich noch heute, “ lachte Tom unentschlossen. „Aber ein Leben als Geschäftsmann hätte mich nie interessiert. Dabei kann auch ich mich benehmen wie ein gutsituierter Bürger, der in aufgeräumten Verhältnissen lebt. Und ich kann so selbstgefällig lächeln, als betrachtete ich ein Möbelstück, das man jeden Tag abstauben muß.<br />
Aber für mich ist das Leben nicht nur eine Geschmackssache. Denn selbst wenn ich gelegentlich mürrisch in die Welt blicke, weiß doch jeder, was meine Rolle von mir verlangt.</p>
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		<title>NACHTGEDANKEN: Träumerei</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 19:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>
		<category><![CDATA[Büßer]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>

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		<description><![CDATA[Plötzliche Bekehrungen sind verdächtig. Das weiß ich. Und Konvertiten sind oft unerträglich. Aber, denke ich oft, warum sollte das Schicksal nicht auch einmal auf mich zeigen? Denn übersehen kann man mich nicht. Zumal auch ich mich immer danach sehnte das Unerreichbare erreichen zu wollen.
Oder sollte ich am Ende nur umsonst geträumt haben? Denn immerhin träume [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Plötzliche Bekehrungen sind verdächtig. Das weiß ich. Und Konvertiten sind oft unerträglich. Aber, denke ich oft, warum sollte das Schicksal nicht auch einmal auf mich zeigen? Denn übersehen kann man mich nicht. Zumal auch ich mich immer danach sehnte das Unerreichbare erreichen zu wollen.<br />
Oder sollte ich am Ende nur umsonst geträumt haben? Denn immerhin träume ich Träume, die sich ständig wiederholen.<br />
Und wenn ich oft auch nicht so genau weiß, was sich gerade in meinem Traum abspielt, so kann ich doch an der Handlung nichts ändern. Wenn ich dann aber aufwache, denke ich oft:<br />
Was kann schöner sein als die Wirklichkeit gegen einen Traum einzutauschen?<br />
Aber auch vor meinen Alpträumen habe ich keine Angst. Denn wer seine Alpträume zu Papier bringt, wird sie immerhin  los. Denn ist eine anständige, nichtreligiöse Erziehung keine gute Methode, um bei einem Kind  metaphysische Bedürfnisse zu wecken?<br />
Warum also soll man sein Kind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens nicht so auf die Reise schicken? Denn von Gott kann sowieso jeder daherreden, weil er, dieser Gott, in Wirklichkeit kaum noch einem Menschen etwas bedeutet.<br />
Sie sehen also, ich habe Grund genug zu büßen. Und die Sentimentalität eines Menschen, also auch meine, sollte man nicht unterschätzen. Denn ist das Ereignis, auf dem die Christen ihre Lehre aufbauen, nicht ohnehin die reinste Sentimentalität? Eine Geschichte nicht nur für schlichte Gemüter, sondern auch ein Trost für die Frauen. Denn dieser Jesus am Kreuz, immerhin ein Mann, konnte sich aus seiner misslichen Lage genauso wenig befreien wie die Frauen. Das verbindet.<br />
Warum also sollte ich mich nicht für Wochen in ein altes Kloster zurückziehen? Hier konnte ich mich endlich in Ruhe hinter meinem Schweigen verstecken und behaupten ein Büßer zu sein</p>
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		<title>VOLKSBANK</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 14:52:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>
		<category><![CDATA[Volksbank]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir machen den Weg frei&#8230;!
wirbt die Volksbank.
hoffentlich auch den Rückweg
wenn wir uns verlaufen&#8230;?!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir machen den Weg frei&#8230;!<br />
wirbt die Volksbank.<br />
hoffentlich auch den Rückweg<br />
wenn wir uns verlaufen&#8230;?!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>SKIZZEN aus einem andalusischen Bergdorf ( V )</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 18:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>
		<category><![CDATA[Andalusien]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwo dort unten im Tal befreite sich der Schotterweg von seinem Geröll. Selbst die verkrüppelten Kakteen, die mich bisher begleitet hatten, waren in der Mittagszeit erschöpft. Nur mein Schatten folgte mir mit großen Schritten, während mich die Sonne nicht mehr aus den Augen ließ. Ich zog den breitkrempigen Strohhut ins Gesicht, während mein Hund aufgeregt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwo dort unten im Tal befreite sich der Schotterweg von seinem Geröll. Selbst die verkrüppelten Kakteen, die mich bisher begleitet hatten, waren in der Mittagszeit erschöpft. Nur mein Schatten folgte mir mit großen Schritten, während mich die Sonne nicht mehr aus den Augen ließ. Ich zog den breitkrempigen Strohhut ins Gesicht, während mein Hund aufgeregt herumschnüffelte und gelegentlich begeistert kläffte.<br />
Immer, wenn sich mein Weg an die Perspektive verlor, hinterließ der Wanderer nur noch feine Strukturen wie auf einem japanischen Zenstich. Und irgendwann verschluckte ihn am Ende eine Bodenwelle aus kargem Felsgestein, das in der Sonne wie Schaumkronen glitzerte.<br />
Ich weiß nicht, was diesen dumpf vor sich hinkeuchenden Wanderer antrieb?  War es der Cafe in der nächsten Dorfkneipe? Oder witterte er schon die Seeluft?<br />
Bevor jedoch mein Feldweg zur Küste hin abfiel, führte  die Schotterstrasse noch einmal kurvenreich durch das hügelige Bergland, um sich dann  doch noch auf dem kleinen Dorfplatz von „Casares“ auszuruhen.<br />
Wabenartig durchziehen dieses Dorf stufenartige Gassen, während an der Wetterseite der Häuser schon seit Generationen der Schwamm nistet.<br />
Je weiter aber der Sommer zurückliegt, desto öfter zeigt der Spätherbst sein hässliches Gesicht. Dann verwandeln die Gewitterwolken die  Feldwege um das Dorf herum in schlammige Pfützen. Und die verregneten Dorfgassen glänzen wie Speckstein. Manchmal sind das lange verregnete Tage, in denen die Fensterläden klappern und der tiefhängende Himmel die Küste belagert. Und schon dunkelt der Himmel nach wie schwarzes Löschpapier und die Windböen drücken sich überfallartig tief in die Wellen. Odysseus sollte sich von der Steilküste fernhalten, selbst wenn er  durch das Bullauge die Welt wie durch dicke Brillengläser betrachtet. Das wäre dann die Zeit für den rettenden Lichtblick oder den umfassenden Roman.</p>
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		<title>SKIZZEN aus einem andalusischen Bergdorf   ( IV )</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 20:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>
		<category><![CDATA[Andalusien]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Halbdunkel des Wohnraumes brummte wie ein fernes Flugzeug ein tiefblaues Insekt, das den befreienden Ausgang suchte.
Maren saß auf der Terrasse und sog genüsslich an ihrer Zigarette, die sich langsam in konzentrische Kringel auflöste.
Am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist jeder im Einklang mit sich selbst, dachte ich nur.
„Gorbi“ lag im Schatten der kleinen Bruchsteinmauer. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Halbdunkel des Wohnraumes brummte wie ein fernes Flugzeug ein tiefblaues Insekt, das den befreienden Ausgang suchte.<br />
Maren saß auf der Terrasse und sog genüsslich an ihrer Zigarette, die sich langsam in konzentrische Kringel auflöste.<br />
Am richtigen Ort zur richtigen Zeit ist jeder im Einklang mit sich selbst, dachte ich nur.<br />
„Gorbi“ lag im Schatten der kleinen Bruchsteinmauer. Das summende Geräusch eines Insektenschwarmes lag über dem Tier. Nur gelegentlich schlug der Hund mit seinem Schwanz lustlos nach den Fliegen.<br />
Ich liebe es nur dazuliegen und an nichts zu denken, dachte ich. Selbst die Fliege, die sich auf meinen Bauch niedergelassen hatte, störte mich nicht. Denn in dieser Landschaft begann ich die Langsamkeit neu zu entdecken.<br />
Ich genoss den weiten Blick hinüber zur afrikanischen Küste. Aber auf der anderen Seite meiner Finca, sozusagen im Rücken der Terrasse gelegen, führten steinig, gewundene Pfade durch eine Bergwelt mit krüppeligem Gebüsch. Und irgendwo hörte ich das aufschlagende Geräusch von Geröll.<br />
Während ich an meinem Glas nippte, fragte ich mich, wie ich wohl dieses lang erträumte Landleben aushalten würde? Und wie würde ich mit dieser Art von Stille umgehen?<br />
Was also hatte dem Menschen die zunehmende Geschwindigkeit gebracht? Oder entstellte er nur die Proportionen und verzerrte die Maßstäbe? So wurde die Welt immer kleiner, weil der Mensch glaubte größer zu werden. Das gehörte zusammen.<br />
In den Nachmittagstunden wurde unsere Tochter von den Nachbarn aus dem nächsten Tal abgeholt. Wir aber schlossen uns im Haus ein, um die Welt zu vergessen.</p>
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		<item>
		<title>Mondlicht fiel auf Blütenstaub Romantische Spuren (24/25)</title>
		<link>http://www.medeasy.de/me2010/?p=1097</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 14:46:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Claßen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christine-Koch-Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultursplitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Caspar David Friedrich (1774 - 1840) Neubrandenburg
 
 
Hans Claßen
 
Nachts auf dem Hofe 
 
Im gepflasterten Hofraum
Ruht denkmalgeschützt
Des Giebels Gottvertrauen.
 
Die düstere Dielentorstille
Greift ans Rosenspalier
Der Fachwerkwände.
 
Über Traktor und Ladewagen
Flüstert die Linde
Den Erntesegen.
 
 
Ernte 
 
Vom Dorfe her wehen
Strohaufzugsklänge
Ins wogende Feld.
 
Mähdrescher füllen
Mit Staubkadenzen
Die welkenden Fluren.
 
Im Echo der Ähren
Rauscht die Sichel
Durch den Takt der Traktoren.
 
 
Hans Claßen, Mondlicht fiel auf Blütenstaub, Ffm. 2001, S. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1104" class="wp-caption alignnone" style="width: 319px"><a rel="attachment wp-att-1104" href="http://www.medeasy.de/me2010/?attachment_id=1104"><img class="size-medium wp-image-1104 " src="http://www.medeasy.de/me2010/wp-content/uploads/2010/08/Caspar_David_Friedrich_Neubrandenburg-309x400.jpg" alt="" width="309" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Caspar David Friedrich (1774 - 1840) Neubrandenburg</p></div>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Hans Claßen</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"><strong>Nachts auf dem Hofe </strong></p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Im gepflasterten Hofraum</p>
<p style="text-align: left">Ruht denkmalgeschützt</p>
<p style="text-align: left">Des Giebels Gottvertrauen.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Die düstere Dielentorstille</p>
<p style="text-align: left">Greift ans Rosenspalier</p>
<p style="text-align: left">Der Fachwerkwände.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Über Traktor und Ladewagen</p>
<p style="text-align: left">Flüstert die Linde</p>
<p style="text-align: left">Den Erntesegen.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"><strong>Ernte </strong></p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Vom Dorfe her wehen</p>
<p style="text-align: left">Strohaufzugsklänge</p>
<p style="text-align: left">Ins wogende Feld.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Mähdrescher füllen</p>
<p style="text-align: left">Mit Staubkadenzen</p>
<p style="text-align: left">Die welkenden Fluren.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left">Im Echo der Ähren</p>
<p style="text-align: left">Rauscht die Sichel</p>
<p style="text-align: left">Durch den Takt der Traktoren.</p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"> </p>
<p style="text-align: left"><em>Hans Claßen, Mondlicht fiel auf Blütenstaub, Ffm. 2001, S. 32 f.</em></p>
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		<title>SKIZZEN aus einem andalusischen Bergdorf  ( III )</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Aug 2010 14:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aderlass]]></category>
		<category><![CDATA[Andalusien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein warmer, seidiger Wind strich über den Pool und verfing sich in der mannshohen Mauer, die die Terrasse zum Tal hin absicherte. Die Wasseroberfläche kräuselte sich wie eine Gänsehaut, über die das Mondlicht strich. Nur leise, wie ein schwaches Wehklagen, plätscherte das Wasser. Vom Komposthaufen wehte ein süßlicher Duft herüber.
Die schwarzen Silhouetten der Koniferen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein warmer, seidiger Wind strich über den Pool und verfing sich in der mannshohen Mauer, die die Terrasse zum Tal hin absicherte. Die Wasseroberfläche kräuselte sich wie eine Gänsehaut, über die das Mondlicht strich. Nur leise, wie ein schwaches Wehklagen, plätscherte das Wasser. Vom Komposthaufen wehte ein süßlicher Duft herüber.<br />
Die schwarzen Silhouetten der Koniferen, die einen Teil des Grundstückes umgaben, hoben sich vom Nachthimmel ab und raunten kaum hörbar.<br />
Nur über dem dichten Dornengestrüpp, das zum Tal hin wucherte, lag die Dunkelheit wie eine schwere Decke, durch die sich silbrige Fäden zogen.<br />
Der würzige Duft von Fruchtzapfen durchzog meine Nase wie ein zarter Seidenschleier, der den Wind über mein Gesicht hinweg fächerte.<br />
Nur die Zikaden zersägten die Stille und klagten langbeinig die Liebe ein.<br />
Meine Tochter kam in ihrem Schlafanzug wieder zu mir auf die Terrasse und legte sich in meinen Arm.<br />
„Komm, wir wünschen uns etwas, “ sagte sie.<br />
„Überleg Dir Deine Wünsche gut, “ lächelte ich, „ denn manchmal gehen sie in Erfüllung…“<br />
„Ich wünsche mir, dass Ihr Euch vertragt…“<br />
Sie drückte sich und ihr Stofftier in meine Achselhöhle. Ein warmer Windhauch, so weich wie eine Hand, legte sich auf ihre müden Augen. Oder träumte sie davon wie sich die Nacht auf die große Fahrt über das Meer begab?<br />
Unten im Tal zwischen den Hügeln und den tiefschwarzen Felsen, in einer einsehbaren Kurve, quälte sich ein Wagen über den Schotterweg und schleuderte sein Scheinwerferlicht wie einen giftigen Pfeil auf unsere Terrasse.</p>
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