Hans Claßen
| Blaue Blume An Novalis Auf der Nachtklippe, Mit den Wasserfallfarben Erwachend, die Blume, Mondfrüh übergossen, Sprengt sie die Spalte, |
Mondesanblick An Caspar David Friedrich Mondesanblick - überall Erwarten Des Zaubers… zwischen Wipfel Und Gestein, den Wald Erlösend, über Pfad und Wurzel Anleuchtend aus Ruinen |
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Der Schläfer im Tal
Das Tal, grün lichtumflirrt und übergossen,
Vom Fluß in trunk’nen Ufern glanzbeschäumt,
Bis prunkvoll helle Höhen Sonne säumt:
Das schmale Tal fließt strahlenüberflossen.
Ein Soldat, mit offnem Helm und Munde,
Schläft im Mittagsfunkeln duftumblaut,
Den Nacken eingetaucht ins Heidekraut –
Jung, himmelwärts das Antlitz auf vom Grunde
Fiel hingestreckt in Blüten wie ein Kind
Nach Fieberträumen fest er in den Schlummer
Und kalt, obwohl ihn Lüfte warm umschließen!
Kein Nasenflügel zuckt im duft’gen Wind;
Er ruht, rot lichtumflirrt die Hand auf stummer
Brust, aus der hinträufelnd Rosen sprießen.
Nach Arthur Rimbaud
Hans Claßen, 2006
Le dormeur du val
C’est un trou de verdure où chante une rivière
Accrochant follement aux herbes des haillons
D’argent, où le soleil, de la montagne fière,
Lui ; c’est un petit val qui mousse de rayons.
Un soldat jeune, bouche oeverte, tete nue
Et la nuque baignant dans le frais cresson bleu,
Dort : il est étendu dans l’herbe, sous la nue,
Pale dans son lit vert où la lumière pleut.
Les pieds dans les glaieuls, il dort. Souriant comme
Sourirait un enfant malade, il fait un somme.
Nature, berce-le chaudement : il a froid !
Les parfums ne font pas frissonner sa narine ;
Il dort dans le soleil, la main sur sa poitrine
Tranquille. Il a deux trous rouges au coté droit.
Arthur Rimbaud, 1870




