Franz Müntefering: Politiker

Von Ria Dülberg

Franz Müntefering © bundestag.de

Franz Müntefering, der gradlinige Sauerländer, so seine Freunde und Parteigenossen, hat die große Bühne der Politik verlassen. Aus sehr privaten Gründen. Respekt wird ihm dafür von allen Seiten entgegengebracht, ob seines, wenngleich plötzlichen Entschlusses. Doch wenn es jemand gibt, der anders denkt, der seine politischen Niederlagen als Gründe für seinen Rücktritt nennt, wird sofort eines Besseren belehrt. Nein, Franz Müntefering war und ist ein Kämpfer, eben ein Gradliniger, der sich nicht verbiegen lässt.

Der Mann aus dem sauerländischen Sundern, der noch vor etlichen Jahren als MdL täglich mit dem Zug vom Neheimer Bahnhof nach Düsseldorf fuhr, ist stets seinen Grundsätzen treu geblieben. Er scheut sich nicht zu sagen, dass er ohne Studium das erreicht hat, was er erreichen wollte. Franz Müntefering war immer wie ein Rennpferd, dass nur die Ziellinie im Auge hatte. In all den Jahren, ob als Arbeitsminister in Düsseldorf oder als Vizekanzler in Berlin, immer gab es ein Ziel das er verfolgte, dem er sich mit ganzer Kraft hingab. Rückschläge nahm er hin, schließlich war und ist er ein Profi im politischen Geschäft.

Wie fit der Mann mit 67 Jahren noch ist, bewies er bei seiner Verabschiedung, als ihm von der Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Abschied ein Fußball überreicht wurde. Ohne Scheu kickte er, zum Vergnügen der Anwesenden, mit dem Ball. Wenn es bis dato noch nicht jeder wusste, so war nun für alle klar, auch als Fußballer war “Münte” nicht schlecht.

Im Jahr 1966 trat Franz Müntefering in die SPD ein. Seine einzigartige Karriere hat etwas mit der Geschäftigkeit dieses Mannes zu tun, der Industriekaufmann lernte und danach 20 Jahre lang als Geschäftsmann tätig war. Manche nannten ihn den “Macher”. Die Frage bleibt unbeantwortet, denn Müntefering hat sich stets ganz in den Dienst seiner Partei, der SPD, gestellt, mit der natürlich auch privat zum Gipfel stürmte.

Er wurde zeitweise “Franz Dampf” genannt. Stets unterwegs für die Partei, sich nie eine Ruhepause gönnend, tourte er vor den Wahlen durchs Land, da blieb manchmal nur an Wochenenden Zeit für einen kurzen Stopp in der Heimat, um Freunde zu sehen oder den SPD-Ortsverein irgendwo im Sauerland zu besuchen.

Franz Müntefering wird, wo er auch hinkommt, mit Freuden begrüßt. Man liebt und schätzt ihn. Deshalb hat er, der Mann aus Berlin, nie den Kontakt zur Basis abreißen lassen. “Ich möchte immer nah bei den Menschen sein, ihr Vertrauen besitzen”, sagt er. Auch wenn es meistens nur sogenannte Stippvisiten waren, die Franz Müntefering ins Sauerland führten, den Kontakt ließ er niemals abreißen.

Daneben ist Politik der Dreh- und Angelpunkt in seinem Leben. Politik ist sein Geschäft und das liebt er. Der Mensch Müntefering ist nur schwer von diesem Geschäft, der Politik, zu trennen, man kann gespannt sein, wie die politische Zukunft des Sauerländers Franz Müntefering aussehen wird!

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» http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Müntefering

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