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	<title>Med-Easy Portal</title>
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	<description>virtuelle Kulturbausteine</description>
	<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:08:34 +0000</pubDate>
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		<title>Paradies in Umständen   ( XXVI und Schluss )</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 20:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /></p>
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<p><strong><span style="font-size: 16pt"></span></strong><o:p></o:p>Das Kafenion erinnerte an einen hohen, lagerartigen Raum, den ein kaltes Neonlicht<span>  </span>gnadenlos ausleuchtete. Der Generator, der für dieses giftige Licht sorgte, surrte hinter dem Kafenion. <span style="font-size: 14pt"><st1:personname w:st="on"><br />
Die</st1:personname> Männer und Frauen des Dorfes saßen dicht beieinander gedrängt um die kleine Tanzfläche herum. Heute wurde hier ein Fest der Familien zu Ehren des Schutzpatrons Johannes gefeiert. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> Kinder liefen hin und her, um dann in vorgerückter Stunde, unterstützt von einem Glas Bier, auf dem Schoß der Eltern einzuschlafen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> Zweimannkapelle<span>  </span>mit der Bouzouki, eine Mandolinenart, sowie<span>  </span>einem weiteren Streichinstrument, saß schweißüberströmt<span>  </span>auf<span>  </span>dem<span>  </span>wackeligen<span>  </span>Podest zusammengestellter Limonadenkästen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Costa organisierte für uns Stühle und Bier. Und Niko zog Maren auf die Tanzfläche.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Ein junger Mann, der tagsüber als Bauarbeiter auf dem Bulldozer saß, sprang unter dem Beifall seiner Freunde auf, lief zum Mikrophon und deutete mit einer Handbewegung den Musikern an, dass sie ihr Spiel unterbrechen sollten. Der Lautsprecher verzerrte seine Worte, die aber trotzdem den Saal zum Lachen brachten. Jetzt sprang der junge Mann auf die Tanzfläche und rief der Kapelle laut zu:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Ela! Ela!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> beiden Musiker griffen tief in die Saiten. Der Vortänzer schleuderte den Kopf in den Nacken, stieß urtümliche Laute hervor, machte einen fast mannshohen<span>  </span>Sprung, klatschte in die Hände und stemmte die Arme in die Hüften. Federnd stieß er die Beine abwechselnd von sich und schrie: „Ela! Ela!“<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Auch ich stand auf, legte das schlafende Baby einer alten Frau in den Arm, quetschte mich durch die Stuhlreihen, warf wie die Einheimischen hundert Drachmen auf das Musikpodest und stand schon auf der Tanzfläche. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> Tanzwilligen bildeten, soweit es die Platzverhältnisse zuließen, um den Vortänzer einen großen Kreis. Langsam, zwei Schritte rechts, einen nach links - der Fuß berührte dabei nur so eben den Tanzboden - bewegten sie sich um ihn, den Mittelpunkt, herum.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Plötzlich nahm das Tempo der Musik derart zu, dass einige Tänzer, so auch ich, kapitulierten. <st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Bouzouki spielte um ihr Leben bis die Saiten glühten, während sich der Vortänzer im Schweiß auflöste. <st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Musiker aber stampften immer heftiger mit den Füßen bis ihr Atem keuchte, als ob sie nur noch die Töne spuckten.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Plötzlich war dieser Tanz hier keine<span>  </span>Auflockerung mehr im<span>  </span>Rahmen einer Familienfeier, sondern ein höchst persönliches Anliegen des männlichen Geschlechtes, das sich nur noch auf sich selbst konzentrierte.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Und schon fingen die Knie wie Sprungfedern den wippenden Körper auf, um ihn dann im gleichen Augenblick zurück zu schleudern. <st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Arme aber waren wie Adlerschwingen ausgebreitet, als ließe sich so die Schwerkraft überwinden, während die Füße wie Kreisel wirbelten bis sich der Blick in tranceartigen Bewegungen verlor, von der Umgebung entrückte wie die Liebe und der Tod. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Als spät in der Nacht das Fest seinem Ende zuging, strich noch immer ein warmer Windzug über die Dorfstraße.<span>  </span>Der große Bär zog gemächlich den Himmelswagen, während sich die Milchstraße von Horizont zu Horizont spannte. Aber in meinem Ohr lebte der weinerliche Klang der Bouzouki. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
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		<title>Paradies in Umständen   ( XXV )</title>
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		<comments>http://www.medeasy.de/common/?p=2808#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 17:54:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[
  
Einige Tage später saß ich beim Abendbrot. Das schummerige Licht der Dochtlampe warf flackernd seine Schatten, die sich im Dunkeln des Raumes verloren. 
Plötzlich bewegte sich der mürbe Vorhang, der als Fliegenschutz die Eingangstür schützte. Schwarze Hände krabbelten wie entschlossene Spinnen in dem alten Vorhang herum, bis endlich ein blütenweißes Hemd strahlend im  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal</w:View>   <w:Zoom>0</w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone>   <w:PunctuationKerning/>   <w:ValidateAgainstSchemas/>   <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid>   <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent>   <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables/>    <w:SnapToGridInCell/>    <w:WrapTextWithPunct/>    <w:UseAsianBreakRules/>    <w:DontGrowAutofit/>   </w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4</w:BrowserLevel>  </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156">  </w:LatentStyles> </xml><![endif]--><br />
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<p><!--[if gte mso 10]><br />
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<p> <![endif]--><span style="font-size: 14pt">Einige Tage später saß ich beim Abendbrot. Das schummerige Licht der Dochtlampe warf flackernd seine Schatten, die sich im Dunkeln des Raumes verloren. <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
Plötzlich bewegte sich der mürbe Vorhang, der als Fliegenschutz die Eingangstür schützte. Schwarze Hände krabbelten wie entschlossene Spinnen in dem alten Vorhang herum, bis endlich ein blütenweißes Hemd strahlend im<span>  </span>Raum stand.<o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
„Guten Abend“, sagte ich erschreckt und wunderte mich gleichzeitig darüber, dass ich bei meiner Muttersprache Schutz suchte. Das blütenweiße Hemd stand wie körperlos im Dämmerlicht der Petroleumlampe herum und schien mit vergnügtem Glucksen den Überraschungseffekt zu genießen. <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
„Kalispera“, sagte Maren amüsierte und<span>  </span>drehte<span>  </span>den<span>  </span>Lampendocht<span>  </span>höher.<span>  </span>Das<span>  </span>flackernde<span>  </span>Licht<span>  </span>gab<span>  </span>dem Mann ein Gesicht. „Das scheint Niko zu sein. Vielleicht braucht er wieder ein Taxi.“ <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
„Kalispera“, nickte Niko freundlich. Ich bot ihm unseren geflochtenen Strohstuhl an. Niko lächelte unschlüssig, während er unbestimmt nach draußen zeigte:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Auto…Costa…“<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Wer ist Costa?“ fragte ich überrascht.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Kurz, Costa war Nikos Freund. Und in Miamou wurde mit Musik und Tanz ein Fest zu Ehren des „heiligen Johannes“ gefeiert. Und er, Niko, kam, um uns einzuladen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Und was machen wir mit Jane?“ sagte ich Maren. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Niko grinste und nahm Jane sofort auf den Arm:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Musik gut… “ lachte er, als sei ihm seine Überraschung gelungen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Ich bin aber nicht „Alexis Sorbas“, wiegelte ich ab.<span>  </span>Nikos Augen aber leuchten nur und ich<span>  </span>wusste, dass er „Alexis Sorbas“ nicht kannte.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Entschuldigungen im voraus gelten nicht“, sagte Maren und packte für Jane trockene Windel ein.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Costa fuhr auf dem Serpentinenweg nach Miamou sehr vorsichtig, da ein Scheinwerfer seiner klapprigen Kiste ausgefallen war. Wir waren froh, als wir in Miamou<span>  </span>seiner<span>  </span>Blechbüchse entsteigen durften.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Auto kaputt“, sagte Costa gelassen und kämmte seinen verwegenen Schnurrbart. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Nun standen wir mit Niko und Costa vor dem Kafenion auf dem Dorfplatz, während unsere Begleiter mit großem „Hallo!“ dem einen oder anderen auf die Schulter klopften. Vor dem Kafenion, in dem zu Ehren des „heiligen Johannes“ gefeiert wurde, standen zahlreiche Dorfbewohner in Grüppchen herum. Sie palaverten und nuckelten an ihrer Bierflasche, während sie sich in der abgekühlten Nacht kurz von der stickigen Luft im Kafenion erholten. Einige junge Männer waren sehr Mode bewusst gekleidet. Aber die Erwartung, die aus ihren Augen sprach, wurde allmählich im Bier ertränkt. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Aus dem hell erleuchteten Kafenion schallte laut die Musik, die ihre orientalischen Wurzeln nicht verbergen konnte. An derartige Musik muss man sich vielleicht erst noch gewöhnen. Denn beim ersten, flüchtigen Hinhören klingt sie monoton oder vielleicht sogar<span>        </span>weinerlich. Denn diese Musik, deren Melancholie von den griechischen Flüchtlingen aus Kleinasien mitgebracht wurde, wird auch von Achtel- sowie Vierteltonschritten beherrscht, die vermutlich besonders traurig klingen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Ela!“ rief Niko und strahlte, „ Musik…tanzen…!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Im Eingang zum Kafenion lauerte eine warme, wabernde Wolke aus Bier und Schweiß, während einem die immer lauter werdende Musik gegen den Kopf schlug.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><span> </span>„Sesti“, lachte Costa.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Viel warm“, grinste Niko.<o:p></o:p></span></p>
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		<title>Paradies in Umständen   ( XXIV )</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 15:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[
  
Als ich drei Tage später frühmorgens zu meinem Wagen ging, um nach Mires zu fahren, einkaufen, traute ich meinen Augen nicht. Der knorrig gebückte Feigenbaum, eine Art Freiluftgarage, spendete seinen Schattenring nicht nur unserem 2CV, sondern beschattete außerdem noch eine dreiköpfige Familie, die auf gepäckartigen Bündeln saß. Kaum sahen sie uns kommen, standen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal</w:View>   <w:Zoom>0</w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone>   <w:PunctuationKerning/>   <w:ValidateAgainstSchemas/>   <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid>   <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent>   <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables/>    <w:SnapToGridInCell/>    <w:WrapTextWithPunct/>    <w:UseAsianBreakRules/>    <w:DontGrowAutofit/>   </w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4</w:BrowserLevel>  </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156">  </w:LatentStyles> </xml><![endif]--><!--[if !mso]><object  classid="clsid:38481807-CA0E-42D2-BF39-B33AF135CC4D" id=ieooui></object><br />
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<p> <![endif]--><span style="font-size: 20pt"></span><span style="font-size: 14pt">Als ich drei Tage später frühmorgens zu meinem Wagen ging, um nach Mires zu fahren, einkaufen, traute ich meinen Augen nicht. Der knorrig gebückte Feigenbaum, eine Art Freiluftgarage, spendete seinen Schattenring nicht nur unserem 2CV, sondern beschattete außerdem noch eine dreiköpfige Familie, die auf gepäckartigen Bündeln saß. Kaum sahen sie uns kommen, standen sie verlegen lächelnd auf<span>  </span>und nickten uns freundlich zu. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Kalimera!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Ich konnte kaum ihren Morgengruß erwidern, da sagte der Mann schon:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><span> </span>„Mires?!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt">ser durchaus freundliche Tonfall ließ keine fadenscheinigen Ausreden zu. Obwohl, mir war schleierhaft, woher dieser Mann wusste, wann und wohin wir fahren wollten. Der kleine Mann aber lachte nur ungezwungen wie ein Kind und zeigte dabei sein imposantes, lückenhaftes Gebiss: <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Adelphos Matthäus, katalava?!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Nun war mir alles klar. „Katalava“. Pan, der einige Tage zuvor unseren Weg gekreuzt hatte, war sein Bruder. Offenbar hatte ihm Maren erzählt, dass wir<span>  </span>jeden Samstagmorgen zum Markt nach Mires fuhren. Pan hatte uns einfach weiterempfohlen. Von Dorf zu Dorf. Warum sollten wir also allein, sozusagen als Leergut, nach Mires fahren, obwohl sein Bruder dasselbe Ziel hatte?- wird er sich gedacht haben.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Mires?!“, sagte der Mann jetzt noch freundlicher.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><span> </span>„Ne“, nickte ich, wenn auch das griechische „Ja“ wie ein deutsches „Nein“ klingt.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Mama, Mires“, lächelte die Frau, Pan`s Schwägerin, und quetschte<span>  </span>sich mit ihrem kleinen, hohlwangigen Töchterchen auf den Rücksitz des 2CV.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Auto mikro“, sagte ich halb entschuldigend.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Nix Problem, nix problem“, sagte Niko, unser neue Begleiter. „Nero, Potatas, Tomatas, Krowachi.“ Nicht ohne Stolz zeigte er auf die undefinierbaren Bündel, die seiner Familie soeben noch als Sitzgelegenheit gedient hatten. Zwei abgezogene Kaninchen, eingewickelt in Zeitungspapier, hingen<span>  </span>an einem Ast des Feigenbaumes.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><span> </span>„Auto?“, fragte ich und wies auf das ungewöhnliche Gepäck.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Ne“, Pans Bruder nickte. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Gemeinsam packten wir also einen Kartoffelsack, eine Korb mit Zwiebeln, einen kleinen Koffer, einen<span>  </span>Pappkarton, eine Doppelmatratze und einen Blechkanister mit Olivenöl auf den Dachgepäckträger.<span>  </span><st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> 2 CV- Ente sackte in sich zusammen und<span>  </span>stöhnte kläglich unter dem Standgas.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Wir haben noch sechs Wochen Garantie“, lachte Maren und fotografierte das eingeschüchterte Auto.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Der kleine, sehnige Mann, Pans Bruder, wischte sich mit einem großen Taschentuch über die Stirn, den Nacken und setzte sich neben seine Frau, die die stumme Tochter auf dem Schoß hielt.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Endaxi. Gut“, sagte Niko und lächelte zufrieden.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Unterwegs erfuhren wir, dass Nikos Freund aus Mires Geburtstag hatte. Aber das Haus eines Fremden oder eines Freundes, betritt ein Kreter niemals mit leeren Händen. Das verbietet sein Ehrgefühl. <st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Ente bekam es zu spüren.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 20pt">Giessen<o:p></o:p></span></p>
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		<title>Dr. Mathias Knoll ist in vielen Welten zu Hause</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 19:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Sauerländer Leute]]></category>

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		<description><![CDATA[ von Simone Linne
Gießen &#124; „Ich mag keine Autoritäten.“ Das sagt einer, der sich schon als Kind nicht gängeln lassen wollte. Musste er auch nicht, denn Mathias Knoll verbrachte eine ungewöhnliche und freie Kindheit in Teheran. Sein Vater war 1950 mit der Familie nach Asien gegangen. Das bedeutete für das Kind, dass es nicht in einem deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="tabs"> <span class="divider">von <a href="http://www.giessener-zeitung.de/staufenberg/profil/430/simone-linne/" class="link">Simone Linne</a></span><span class="divider"></span><span class="divider"></span></p>
<p><a href="http://www.giessener-zeitung.de/giessen/start/">Gießen </a>| „Ich mag keine Autoritäten.“ Das sagt einer, der sich schon als Kind nicht gängeln lassen wollte. Musste er auch nicht, denn Mathias Knoll verbrachte eine ungewöhnliche und freie Kindheit in Teheran. Sein Vater war 1950 mit der Familie nach Asien gegangen. Das bedeutete für das Kind, dass es nicht in einem deutschen Kindergarten landete, sondern eher mit dem Diener Abbas mal eine Opiumhöhle unsicher machte. Doch dieses freie Leben hörte auf, als der inzwischen 8-Jährige zurück nach Deutschland kam. Oma Emma hatte darauf gedrängt, dass Familie Knoll in die Heimat zurückkehrt. Vater Viktor war davon zwar nicht sehr begeistert, aber gegen die Macht von Gattin und Mutter, die sich verbündet hatten, kam er nicht an. Also ging‘s nach Gütersloh. Für den Jungen war das ein Kulturschock; erstmal kaum zu verdauen. Aber irgendwie hat er sich dann doch mit der neuen Situation arrangiert.<br />
Einige Jahre später verliebt er sich in „die falsche Frau“, zumindest aus Sicht des Vaters. Die Konsequenz: Er wurde in ein Internat im Schwarzwald verfrachtet. Überraschender Weise hat er sich aber gar nicht abgeschoben, sondern eher gut aufgehoben gefühlt. „Ich habe plötzlich Dinge gesehen, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe“. Auch seine Begeisterung für Walter Jens, diesen brillanten Denker, beginnt in dieser Zeit. Dieser war dort ehemals Lehrer, sein „Geist wehte noch durch de Schule“ und hat den Schüler Knoll nachhaltig beeindruckt. Also kein Blick zurück im Zorn, ganz im Gegenteil.<br />
Bei seiner späteren Berufswahl habe ein Gedanke im Vordergrund gestanden, den man sich eigentlich bei allen Vertretern seiner Zunft wünscht: „Ich wollte Menschen helfen!“. Also studierte er in Bonn Medizin und seit 1983 ist er niedergelassener Arzt. Nun sitzt er im Sauerland, behandelt am Tage seine Patienten in Neheim und genießt am Abend und am Wochenende in Arnsberg seine Dachterrasse, wo ihm „keiner in die Gurken schauen kann.“<br />
Als Privatmensch beschreibt er sich als eher spröde und distanziert, der Arzt Dr. Mathias Knoll sei aber ein ganz anderer. Der sei überhaupt nicht sperrig und habe Verständnis für seine Patienten; auch und gerade in schwierigen Fällen. Das „böse Wort Depression“ treibt ihn um. Das sei eines dieser Tabuthemen, genau wie Suizid. Diese Themen gehören in seine Praxis ebenso wie in sein Privatleben. Und er plädiert dafür, gerade diese Dinge zu thematisieren, statt sie „tot zu schweigen“, was dann tatsächlich tödlich enden kann. Er weiß, wovon er spricht. Seine um 5 Jahre ältere Schwester hat sich mit 39 Jahren das Leben genommen. Sicher auch, weil vorher viele Probleme nicht besprochen wurden und dann war irgendwann der Druck so stark, dass sie keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe. Er geht mit dem Tod der Schwester offen um, erzählt von den Problemen. Für sich kann er sich aber ein solches Verhalten nicht vorstellen. „Ich hätte mich nie verloren, ich wusste immer, was ich tat!“ Doch obwohl er selbst nie zu den Gefährdeten gehört habe, vertritt er eine ganz klare Position: „Ich mag zerrissene Menschen“. Das gilt nicht nur im richtigen Leben, sondern auch im literarischen Bereich. Die Literatur ist eine, wenn nicht DIE, große Leidenschaft des Arztes. Zu seinen Lieblingsautoren gehören Thomas Mann und Paul Auster. Aber auch Büchner – „Der hat gewagt, mal das Maul aufzumachen!“ – und seine Figuren Woyzeck oder Lenz sprechen ihn an; schließlich sind auch das Getriebene, Zerrissene und die mag er ja. Er vergleicht die menschliche Gattung grinsend mit einem Zoo, in dem sich die ganze Vielfalt der Menschheit wiederfinde. Doch zurück zur Literatur: Er ist nicht nur Leser, sondern auch Kreativer. Er hat schon viele, viele wunderbare Kurzgeschichten geschrieben, die man auch auf den Seiten der GZ finden kann und freut sich über Kommentare der Bürgerreporter. Auch auf seiner eigenen Internet-Seite (www.medeasy.de), doch auch für Dr. Knoll gilt: „I have a dream!“ In seinem Falle ist das: ein eigenes Buch. Er würde gerne all seine Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln gut aufgehoben wissen. Dieser Wunsch hat sich bislang noch nicht erfüllt, aber was nicht ist, na, Sie wissen schon.<br />
Zu den geplatzten Träumen gehört seine Finca in Spanien. Wenn er an diese Geschichte denkt, lacht er herzhaft. Denn diese Finca hat es schon gegeben, doch dann wurde die Wasserversorgung zum Problem, der fehlende Strom brachte weitere Schwierigkeiten. Als es dann absurdistanische Ausmaße annahm, hat er den Bau schließlich verkauft – natürlich mit Verlust, wie er noch nachschickt. Scheint ihm nichts auszumachen. Pekuniäre Probleme sind ihm wohl wirklich fremd. „Ich war noch nie käuflich“ stellt er fest, denn schon gegenüber dem Studenten hatte die väterliche „Auto-Entzugsdrohung“ nicht gezogen. „War mir egal!“ Er studierte wie er wollte und brach auch die Beziehung zu einer wesentlich älteren Frau nicht ab.<br />
Seine erste Ehe ging in die Brüche, aus dieser Beziehung stammt die inzwischen 33-jährige Tochter Katja, die Knoll begeistert als „toughes Weib“ bezeichnet. Und das meint er positiv. Heute lebt er mit seiner zweiten Frau zusammen, die er in seiner Praxis kennengelernt hatte. Doch beim ersten Aufeinandertreffen waren beide noch verheiratet – nur eben nicht miteinander. Es dauerte 9 Jahre, bis aus den beiden ein Paar wurde. Sie sei keine „Hurra-Tante“ und dieser Typ Frau passe ganz genau zu ihm und seiner jetzigen Lebenssituation. Er beschreibt sich als eigenwillig, aber „ wenn ich jemanden liebe, bin ich kein schwieriger Partner.“<br />
Für die Bundeswehr war er sicher schwierig und damals hat alles daran gesetzt, nach nur einer Woche Dienstzeit diese unseelige Verbindung wieder aufzulösen. Aber die Armee hat er ja auch nicht geliebt; diese beiden passten einfach nicht zusammen. Und da wären wir wieder bei Anfang: „Ich mag keine Autoritäten!“</p>
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		<title>Paradies in Umständen  ( XXIII )</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 20:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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Die beste Möglichkeit, mit der kretischen Bevölkerung in Verbindung zu treten, ist nicht zu erschrecken oder gar empört zu sein, wenn einem plötzlich „Pan“ den Weg verstellt. Er  winkt mit dem knorrigen Wanderstab und verlangt mitgenommen zu werden. Denn die Busverbindung zwischen den   in   den  Bergen   klebenden  Nestern  sowie  der  Ebene, zwischen den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> beste Möglichkeit, mit der kretischen Bevölkerung in Verbindung zu treten, ist nicht zu erschrecken oder gar empört zu sein, wenn einem plötzlich „Pan“ den Weg verstellt. Er<span>  </span>winkt mit dem knorrigen Wanderstab und verlangt mitgenommen zu werden. Denn die Busverbindung zwischen den<span>   </span>in<span>   </span>den<span>  </span>Bergen<span>   </span>klebenden<span>  </span>Nestern<span>  </span>sowie<span>  </span>der<span>  </span>Ebene, zwischen den einzelnen Dörfern, ist schlecht und äußerst unregelmäßig. Das Weideland für Schafe und Ziegen aber ist weit verstreut und Kilometer weit von dem eigenen Dorf entfernt. Und nicht jeder Landarbeiter besitzt einen Esel. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Was blieb also dem alten Ziegenhirten anderes übrig, als das vom motorisierten Reisenden zu erwarten, was er selbst zu geben bereit ist: Gastfreundschaft. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Kaum hatte sich der unheimlich aussehende Mitfahrer, „Pan“, in den Autositz fallen lassen, packte er aus der gewobenen Hirtentasche sein Reiseproviant aus und nickte auffordernd: „Feta…?!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Nun bestand kein Zweifel mehr, woher dieser penetrante Geruch herrührte, der sich plötzlich im Wagen breit gemacht hatte. Es war der Ziegenkäse, dem die Sonne den letzten Geruch entzog. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Vor jeder gefährlichen Kurve bekreuzigte sich mein kauender Begleiter und deutete viel sagend auf den unbefestigten Randstreifen, um dann in aller Ruhe mit dem Taschenmesser seine urtümlichen Nägel zu säubern. „Pan“`s<span>  </span>unbefangene Art konnte irritieren, weil ich gerade noch gedacht hatte: <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt">se alte S &#8230;<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Aber gleichzeitig wurde mir auch klar wie kleinlich die Regeln sind, unter deren Abhängigkeit wir uns täglich begeben. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Pan“ lächelte mich nur freundlich an und hielt mir seinen „Feta“ hin. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Ich aber stellte mir vor wie seine klauenartigen Hände dem Orpheus, der deswegen extra nach Kreta gereist war, das Spiel auf der Lyra beibrachte. Immerhin eine Kunst, die selbst den Tod mitleidig erweichte.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Irgendwo zwischen silbergrünen Oliven- und Johannisbrotbäumen,<span>  </span>die<span>  </span>ihre tiefgefurchten Rinden an<span>  </span>verwittertem<span>  </span>Bruchsteingemäuer<span>  </span>rieben, nickte „Pan“ und lächelte sein offenes Lächeln:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">„Domatio&#8230;“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Ich bremste überrascht und hüllte die unter den Bäumen grasende Ziege mit einer Staubwolke<span>  </span>ein. Obwohl keine menschliche Behausung zu sehen war, schien „Pan“ zu Hause zu sein. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Mein Begleiter sprang also aus dem Wagen, legte die rechte Hand auf die Brust und verneigte sich:<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><span> </span>„Efaristo polli!“ <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Der Bewegungsablauf seiner Dankesgeste war von derartiger geschmeidiger, man möchte fast sagen höfischer Eleganz, die man diesem bockbeinigen Hirten kaum zugetraut hätte. „Pan“ nickte nochmals freundlich, schulterte seinen Proviantbeutel und entschwand leichtfüßig zwischen den Bäumen.<o:p></o:p></span></p>
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		<title>LEICHTES GEPÄCK:</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 20:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[
  
Er wollte mit leichtem Gepäck verreisen
„Verzeihst Du mir mein Übergewicht?“
Fragte seine Frau
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal</w:View>   <w:Zoom>0</w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone>   <w:PunctuationKerning/>   <w:ValidateAgainstSchemas/>   <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid>   <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent>   <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables/>    <w:SnapToGridInCell/>    <w:WrapTextWithPunct/>    <w:UseAsianBreakRules/>    <w:DontGrowAutofit/>   </w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4</w:BrowserLevel>  </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156">  </w:LatentStyles> </xml><![endif]--><br />
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„Verzeihst Du mir mein Übergewicht?“<o:p></o:p></span></strong><span style="font-size: 14pt"><strong><br />
Fragte seine Frau</strong><o:p></o:p></span></p>
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		<title>Paradies in Umständen  ( XXII )</title>
		<link>http://www.medeasy.de/common/?p=2803</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 20:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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		<description><![CDATA[

  

Innerhalb weniger Stunden legte sich das Meer in sein Bett zurück, um nur noch ab und an die Wunden, die es an der Küste schlug, zu  lecken. 
Die Väter führten ihre Kinder zu dem reißenden Fluss, in dessen ausgetrockneten Flussbett gestern noch der Esel zwischen Geröll und Müll gegrast hatte.
Die   reißenden Sturmböen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Innerhalb weniger Stunden legte sich das Meer in sein Bett zurück, um nur noch ab und an die Wunden, die es an der Küste schlug, zu<span>  </span>lecken. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> Väter führten ihre Kinder zu dem reißenden Fluss, in dessen ausgetrockneten Flussbett gestern noch der Esel zwischen Geröll und Müll gegrast hatte.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"><span>   </span>reißenden Sturmböen, die das Land mit infernalischen Regengüssen wegzuschwemmen drohten, wichen einem strahlend blauen Himmel. Afrika hatte sich durchgesetzt.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Gierig saugte die Landschaft das Licht auf. Und schon entwickelte sich in jeder Mauerritze aufblühendes Leben, während hektisch die Grillen<span>  </span>zirpten. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Unter den buschartigen Stachelpflanzen krochen Schnecken hervor, um sich in der abgekühlten Sonne zu wärmen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Lenta ist der einzige Ort auf Kreta, an dem diese Schalentiere existieren können. Der sich selbst umkreisende Panzer wurde schon von den Minoern auf Vasen stilisiert. Alle Versuche, diese Delikatesse, die mit Knoblauch, Reis, Öl und Tomaten zubereitet wird, auch in anderen Landstrichen Kretas heranzuziehen, schlugen fehl. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Schon am nächsten Tag, als sei nichts gewesen, herrschte hier wieder die flirrende Hitze der senkrecht stehenden Sonne Afrikas.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Und schon am Spätnachmittag sah man das Dorf von der Feldarbeit heimkehren. Müde, aber entschlossen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> Frauen saßen mit fahlem Gesicht seitlich auf ihrem Esel, der mit stoischem Gleichmut seinem ausgemergelten Herrn folgte. Selbst die Kinder trotteten erschöpft neben ihren Eltern her und quengelten. Aber die Wasserflaschen waren schon lange leer.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Nur der Dorfköter sprang ausgelassen hin und her, als wollte er allen wieder Mut zubellen. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Andere Bauern tuckerten auf ihrem dreirädrigen Zweitakter nach Hause, während die Familie auf der Ladefläche saß. Hier hatte keiner mehr Lust zu reden. Man wollte nur noch nach Hause. Denn selbst die Siesta war heute ausgefallen, um das zu retten, was vom Unwetter übrig geblieben war.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Selbst Philipp, ein junger, aufgeschlossener Franzose, der hier als Tagelöhner auf den Feldern arbeitete, brachte nur ein Wort über die Lippen: „Merde!“ Er war vor Monaten mit seiner Freundin auf dem Tandem nach Kreta gestrampelt, während der Hund im kleinen Anhänger die Reise genießen durfte. Philipp und seine Freundin wollten hier leben, die Sprache lernen und arbeiten. Im Schweiße ihres Angesichtes wollten sie ihr Glück finden. Nur am Wochenende konnten sie sich das Vergnügen leisten, mit der Harpune auf Fischfang zu gehen.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
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		<title>BETTVORLEGER</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 19:37:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
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<p><strong><span style="font-size: 14pt"></span></strong><span style="font-size: 14pt"><o:p></o:p>Du behauptest mich zu lieben<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Und zwingst mich<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">So zu sein<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Wie ich nicht bin<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Ich bin Dein Bettvorleger<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Ein Tiger mit scharfen Zähnen<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Warum soll ich Dir etwas Böses wünschen?<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt">Du rauchst Dich sowieso zu Tode…<o:p></o:p></span></p>
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		<title>Paradies in Umständen   ( XXI )</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 17:17:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Aderlass]]></category>

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Aber welchen Status die Frau in diesen Dörfern auch genießt, ob jung oder alt, sie muss in den Zeiten des Gemüseanbaues und der Ernte mit auf die Felder. Die eingefriedeten Äcker, die weit außerhalb der Dörfer verstreut liegen, werden von Schilfrohr und buckligem Bruchstein beschattet. Im Hochsommer versteht man hier die biblische Geschichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /></p>
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<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">So wird mit Kunstdünger und Bewässerungsschläuchen wie über Infusionen die Erde mühsam<span>  </span>am Leben erhalten; denn auf die Regenzeit ist kein Verlass. Wenn es dann aber wirklich einmal regnet, vielleicht über fünf, sechs Stunden lang, dann ist der Niederschlag genauso maßlos wie die unerbittliche Sonne. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Im Oktober erlebte ich einen Tag mit schwarzen Gewitterwolken und sintflutartigem Regen, der den Strand mit sich ins Meer zog, während sich das Gebirge im Regendunst auflöste. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Von irgendwo her drang gegen den Sturm ein Stimmengewirr zerfetzter Worte, während Schafe hysterisch blökten.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Der Himmel war illuminiert, als hätten die letzten Tage der Menschheit begonnen. <st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Menschen aber versteckten sich wie geprügeltes Vieh in ihren Behausungen, auf die der Regen trommelte. In den Häusern stand knöcheltief das Wasser. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Und während sich der Himmel erneut verdunkelte, warf sich ein glutartiger Strahl über das Dorf und beleuchtete die weißgekalkten Kuben feuerrot. Für den Bruchteil einer Sekunde herrschte plötzlich die absolute Stille, aber dann folgte ein umso heftigeres Krachen, als würde Holz gespalten. Und schon durchzuckten immer wieder feurige Blitze die plötzlich auftretende Finsternis. <o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt"> sturmgepeitschte See aber brüllte wie eine Wildkatze, die wütend ihre Schaummähne schüttelte, um dann hungrig an Land zu springen. Am Ufer verschlang dieses Ungeheuer, das nach Salz, Algen und Fisch roch, gierig seine Beute, um gleichzeitig die Schotterwege und Eselspfade, die um das Dorf führten, zu unterspülen. Und schon versperrten die ersten Felsbrocken den Weg.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt">Gleichzeitig peitschten die Regenbäche wild von den Bergen und ergossen sich in das Flussbett, das noch vor Stunden ausgetrocknet da lag, als sei es eine Art Mülldeponie des Dorfes. Mit dem reißenden Strom wurde der Müll in das Meer gespült.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><st1:personname w:st="on"><span style="font-size: 14pt">Die</span></st1:personname><span style="font-size: 14pt">ser blitzartige Überfall der Natur war auch für die Einheimischen völlig überraschend. Hilflos mussten sie die Peitschenhiebe des Himmels ertragen. Wie angewurzelt standen sie hinter den kleinen Fenstern, deren Fassungen nur unzureichend mit Sackleinen und Pappe abgedichtet waren. Das war  wahrlich kein Schutz gegen diese alttestamentarischen Wassermassen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><st1:personname w:st="on">Die</st1:personname> Feldarbeit von Wochen war plötzlich sinnlos geworden, weil die Anpflanzungen weggespült worden waren. So wurde der Mensch in seine Schranken verwiesen.<br />
„Keine Tomaten, kein Geld“, schluchzte unsere Nachbarin, mit der wir zusammen saßen. „Wie sollen wir da für Costa das Studium bezahlen?“<br />
Hier, in diesem gottverlassenen Nest wurde plötzlich der kulturelle Einfluss der venezianischen Besatzungszeit deutlich. Nicht nur die Phonetik der Eigennamen erinnert an die durchlittene Geschichte der Kreter. Aber im Gegensatz zu den Türken, deren einzig sinnvolle Hinterlassenschaft der Mokka war, verstanden sich die Venezianer auf Assimilation. Mit dem Ergebnis, dass der kretische Intellektuelle Italien zwar nicht als Mutterland ansieht, aber doch als ein Land guter Bekannter.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
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		<title>Paradies in Umständen  ( XX )</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 11:09:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Mathias Knoll</dc:creator>
		
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Bereits in der Antike beginnt eine Art  Diskriminierung des weiblichen Geschlechtes.  Denn nach Hippokrates erwartete eine schwangere Frau mit reiner Haut den männlichen Nachfolger. Aber eine Frau mit unreiner Haut bekam „nur“ ein Mädchen. Damit war alles gesagt. 
Vielleicht ist diese Art von sexueller Katalogisierung  auch ein Grund dafür, dass die Frauen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=utf-8" /><meta name="ProgId" content="Word.Document" /><meta name="Generator" content="Microsoft Word 11" /><meta name="Originator" content="Microsoft Word 11" /><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal</w:View>   <w:Zoom>0</w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21</w:HyphenationZone>   <w:PunctuationKerning/>   <w:ValidateAgainstSchemas/>   <w:SaveIfXMLInvalid>false</w:SaveIfXMLInvalid>   <w:IgnoreMixedContent>false</w:IgnoreMixedContent>   <w:AlwaysShowPlaceholderText>false</w:AlwaysShowPlaceholderText>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables/>    <w:SnapToGridInCell/>    <w:WrapTextWithPunct/>    <w:UseAsianBreakRules/>    <w:DontGrowAutofit/>   </w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4</w:BrowserLevel>  </w:WordDocument> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:LatentStyles DefLockedState="false" LatentStyleCount="156">  </w:LatentStyles> </xml><![endif]--><br />
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<p> <![endif]--><span style="font-size: 20pt"></span><span style="font-size: 14pt">Bereits in der Antike beginnt eine Art<span>  </span>Diskriminierung des weiblichen Geschlechtes.<span>  </span>Denn nach Hippokrates erwartete eine schwangere Frau mit reiner Haut den männlichen Nachfolger. Aber eine Frau mit unreiner Haut bekam „nur“ ein Mädchen. Damit war alles gesagt. <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
Vielleicht ist diese Art von sexueller Katalogisierung<span>  </span>auch ein Grund dafür, dass die Frauen in diesen entlegenen Provinzen gern den Arzt aufsuchen. Denn er ist der einzige Mann, der ihnen zuhören muss. <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
Aber erst die Frau im gesetzten Alter wird von der Männerwelt als nahezu gleichberechtigtes Wesen anerkannt, weil man vermutlich erst jetzt  ihre Lebenserfahrung respektiert. <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
Da aber nahezu alle Dörfer miteinander verschwägert sind, geht auch der Tod regelmäßig bei den Familien ein und aus. Kurz, es gibt reichlich Gelegenheit Trauer zu tragen. Was aber prägt einen Menschen nachhaltiger, als durchlittenes Leid? <o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
Und so denkt vermutlich mancher Mann, dass eine Frau erst jetzt im Alter, in dem die Gebärfähigkeit erloschen sein sollte, die Kräfte findet, die sie zu einem selbstlosen Menschen werden lassen. Aber da auch ein selbstloser Mensch nicht jeden Verwandten um x-Ecken betrauern kann, wird sich so manche Frau fragen: Warum soll ich auf mein Witwenschwarz verzichten, um am Ende meine Art von Gleichberechtigung zu verlieren? Oder betrauern sie nicht am Ende auch den Verlust ihrer eigenen Weiblichkeit? Plötzlich sind sie partnerähnliche Geschöpfe und keine Bedrohung mehr für eine Männerfreundschaft.<br />
Und doch, irgendwie haben die Frauen eigentlich trotzdem nichts im Kafenion verloren.<o:p></o:p></span><span style="font-size: 14pt"><br />
So saß also Bellegia, unsere Nachbarin, auf ihrem wackligen Baststuhl, stopfte Strümpfe und summte ein sentimental klingendes Lied. Ihre Tochter Maria aber, die sich eigentlich immer in ihrer Nähe aufhielt, hatte das Haar in raffinierter Unschuld hochgesteckt. Nur der Vater hockte rittlings auf seinem Stuhl und blickte gedankenverloren über das Meer.<o:p></o:p></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify"><span style="font-size: 14pt"><o:p> </o:p></span></p>
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